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079 / Kanton Zug: Sicherheit im Kanton Zug - Polizeiliche Statistik 2021

2022-04-06 11:00:11
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Quelle: Kantonspolizei Zug

Die Polizeiliche Statistik weist für den Kanton Zug erneut eine stabile Sicherheits-, Kriminalitäts- und Verkehrslage aus, wie die Kantonspolizei Zug schreibt.

Auch 2021 war die Corona Pandemie für die Zuger Polizei herausfordernd. Die Personalplanung sowie die Rekrutierung neuer Mitarbeitenden stehen die kommenden Jahre vermehrt im Fokus.Die Verkehrszahlen im Kanton Zug seien im 2021 erneut gesunken.

Insgesamt ereigneten sich 640 Verkehrsunfälle. Das seien 56 weniger als im Vorjahr.

Zwei Personen seien bei einem Verkehrsunfall gestorben, 5 verletzten sich lebensbedrohlich. Weiter erlitten 60 Personen erhebliche und 210 leichte Verletzungen.

Die Mehrheit aller Verkehrsunfälle fallen in die Kategorien der Schleuder- oder Selbstunfälle (276), der Parkierunfälle (105) und der Auffahrunfälle (88). Der Kanton Zug weist die höchste Fahrzeugdichte aller Kantone der Schweiz auf.

Im vergangenen Jahr waren total 104`938 (+2.09 %) Fahrzeuge im Kanton Zug zugelassen. «Wir stellen fest, dass die Kombination aus wachsender Verkehrsdichte und knappem Verkehrsraum ein Wechsel vom Miteinander zum Gegeneinander zur Folge hat, wodurch die Unfallgefahr für sämtliche Beteiligten steigt», sagt Andreas Lucchini, Chef Bereitschafts- und Verkehrspolizei.

«Zudem stellen wir vielfach Überforderung und unsicheres Verhalten im Strassenverkehr fest.»Im Kriminalbereich stieg die Gesamtzahl der erfassten Straftaten (6`039) im Vergleich zum Vorjahr (5`071) um 13 %. Zugenommen haben insbesondere Cyber- und Sexualdelikte.

Weiter könne die Zunahme damit erklärt werden, dass die polizeiliche Kriminalstatistik neu in den übrigen Bundesgesetzen auch Widerhandlungen gegen das Personenbeförderungsgesetz inkludiert. Seit der Einführung im März 2021 wurden in dieser Kategorie 531 Delikte verzeichnet.

Im Vergleich zum Vorjahr seien eine Reduktion von 6 % bei den Delikten im Bereich des Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG) wie auch eine Abnahme um 3 % der Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz (BtmG) zu verzeichnen.2021 haben sich im Kanton Zug im Bereich des Strafgesetzbuchs 33.4 Straftaten pro Tausend Einwohner ereignet. Dieser Wert liegt deutlich unter dem schweizerischen Durchschnitt von 47.9 Straftaten pro Tausend Einwohner.

50 % der Straftaten im StGB-Bereich habe die Zuger Polizei im Berichtsjahr aufgeklärt. Diese Quote liegt deutlich über dem gesamtschweizerischen Durchschnitt von 41.9 %.

Nebst der sehr hohen Aufklärungsquote von 95.1 % bei den Leib-und-Leben-Delikten (CH: 88.1 %), erreichte die Zuger Polizei auch mit 93.1 % bei den Delikten gegen die sexuelle Integrität (CH: 85 %) einen sehr hohen Wert.Im Vergleich zum Vorjahr (80) habe sich die Anzahl Delikte gegen die sexuelle Integrität um 64 auf 144 erhöht. Deutliche Zunahmen wurden bei den sexuellen Handlungen mit Kindern sowie im Bereich der Pornografie registriert.

In der ersten Kategorie wurde ein Anstieg von 229 %, beim zweiten Deliktsbereich um 66 % verzeichnet. Nebst der erhöhten Anzahl an Delikten konnte die Zuger Polizei auch die Aufklärungsquote um 7.1 auf 93.1 % steigern.

Hervorzuheben sei die Aufklärungsquote von 100 % der Straftaten im Bereich der sexuellen Handlungen mit Kindern. «Solche Fällen bedingen Ermittler, die juristisch, taktisch und technisch über einen hohen Ausbildungsgrad verfügen und psychisch äusserst stabil sind», gibt Thomas Nabholz, Chef der Kriminalpolizei zu bedenken.

Zudem bedürfe es einer engen Zusammenarbeit einerseits mit hochspezialisierten IT-Forensikern und Analytikern und andererseits auch mit der Staatsanwaltschaft, da die formellen Anforderungen der Gerichte an die Untersuchungsbehörden stetig steigen würden.Im Bereich der Cyberkriminalität wurde erneut eine Zunahme registriert. Gesamthaft wurden 417 Straftaten in diesem Bereich registriert.

Das seien 106 mehr als im Vorjahr. Mit 249 waren mehr als die Hälfte Cyberbetrugsdelikte.

Die Aufklärungsquote bei der Cyberkriminalität liegt bei 22.2 %. «Diese Entwicklung sei genau im Auge zu behalten.

Die Komplexität steigt, zudem seien in diesen Fällen grosse Mengen an digitalen Daten auszuwerten», sagt Thomas Nabholz, Chef der Kriminalpolizei. Die Datenauswertung bedinge eine leistungsstarke IT-Forensik, da diese die digitalen Daten gerichtsverwertbar aufzubereiten habe.

Er ergänzt: «Die IT-Forensik habe dabei die herausfordernde Aufgabe, die Daten überhaupt zu finden und anschliessend zu entschlüsseln.» Neue leistungsfähige Software unterstütze zwar diese Aufgabe, könne jedoch keine Personalstellen ersetzen.Im Bereich der Jugenddelikte haben die erfassten Straftaten abermals zugenommen. 7 % mehr Straftaten gegen das Strafgesetzbuch wurden registriert.

Am deutlichsten zugenommen haben die Delikte gegen die sexuelle Integrität (42), die Freiheit (54) und das Vermögen (126). Die Zahl der Leib-und-Leben-Delikte (46) habe sich, im Gegensatz zur Entwicklung in anderen Kantonen, um mehr als die Hälfte reduziert.Gewaltdelikte in häuslicher Umgebung haben 2021 leicht zugenommen.

Im Vergleich zum Vorjahr (362) mussten die Mitarbeitenden der Zuger Polizei in 378 Fällen intervenieren. Das entspreche 7.3 Interventionen pro Woche wegen häuslicher Gewalt.

«Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, festigten die Staatsanwaltschaft, die Zuger Polizei und andere Partner in den letzten Jahren ihre Zusammenarbeit und schärften ihre Methoden gegen häusliche Gewalt», erklärt Sicherheitsdirektor Beat Villiger. Ziel sei es, Wiederholungstaten möglichst zu verhindern.

Spezialisierte Mitarbeitende der Zuger Polizei stellen eine umfassende Beratung und eine enge Betreuung von Opfer und Täter sicher. Der Vollzugs- und Bewährungsdienst des Amts für Justizvollzug führt seit letztem Jahr Lernprogramme gegen Gewalt durch.Neben der Koordination und Kontrolle der Schutzkonzepte fielen 2021 auch die polizeiliche Präsenz an Kundgebungen und Demonstrationen von COVID-Massnahmengegnern ins Gewicht.

Mehrere Male mussten Einsatzkräfte der Zuger Polizei auch andere Polizeikorps unterstützen. Im Rahmen von COVID-19-Aufgaben wurden insgesamt 13`410 Stunden geleistet.

Davon fielen 1`923 Stunden für Kontrollen und 5`262 Stunden für Kundgebungen und Demonstrationen an. «In dieser herausfordernden Lage ging es darum, mit Augenmass und verhältnismässig zu agieren», sagt Kommandant Thomas Armbruster.

«Die Mitarbeitenden haben diese nicht immer einfachen Aufgaben mit Bravour gelöst.»Im Rahmen des Reorganisationsprojektes PEAK wurden aufgrund von Synergieabklärungen neue Dienste eingeführt, die bereits nach kurzer Zeit einen Mehrwert erzielten. Mit dem Dienst Präventive Massnahmen beispielsweise konnten die Bereiche Gewaltschutz und Häusliche Gewalt besser abgedeckt werden und im Dienst Führungsunterstützung wurde die Dienst- und Einsatzplanung zentralisiert.

Weiter wurde bei der Bereitschaftspolizei ein neues, sozialverträglicheres Schichtmodell eingeführt. Zudem werde das betriebliche Gesundheitsmanagement weiter ausgebaut.

«Ziel sei es, Mitarbeitende so zu unterstützen, dass sie ihren Beruf lange und vor allem ohne körperliche oder psychische Beschwerden ausüben können», sagt Kommandant Armbruster.Aufgrund vieler anstehenden Pensionierungen rückt die Personalplanung in den nächsten Jahren in den Fokus. «Da es für den Polizeiberuf keinen grossen externen Markt gibt und die polizeiliche Ausbildung von der Rekrutierung bis zum Abschluss drei Jahre dauert, muss die Personalplanung mindestens fünf Jahre im Voraus erfolgen», sagt Kommandant Thomas Armbruster und ergänzt: «Wir brauchen ebenfalls mehr Fachspezialisten, da Aufgaben anspruchsvoller und komplexer werden.

Gezieltes Fachwissen und Erfahrung sei gefragt.»In den nächsten Jahren werden bis zu zehn Aspirantinnen und Aspiranten pro Halbjahr rekrutiert und an der Interkantonalen Polizeischule in Hitzkirch (LU) ausgebildet werden. «Um der Konkurrenz des Arbeitsmarktes standhalten zu können, werden die Auswahlverfahren in einer angepassten Form durchgeführt», erklärt Kommandant Thomas Armbruster.

«Durch Neuerungen können wir sicherstellen, dass wir keine Abstriche in der Qualität der Auszubildenden machen müssen.».

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