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Wirtschaft

Raiffeisen Vorsorgebarometer 2021: Vertrauen der Schweizer Bevölkerung in die AHV sinkt, private Vorsorge gewinnt an Bedeutung

2021-11-23 11:20:16
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Quelle: Raiffeisen

St.Gallen, 30. September 2021. Die private Altersvorsorge hat in der Schweiz weiter an Bedeutung gewonnen, wie Raiffeisen schreibt.

Das vierte Raiffeisen Vorsorgebarometer kommt zum Schluss, dass mit über 76 Prozent eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung auf Eigenverantwortung setzt. Das beeinflusst das Vorsorgeverhalten positiv: Je stärker man sich in der Verantwortung sieht, desto eher werde ein Säule 3-Produkt eröffnet.

Dabei zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede je nach Alter und Region: Je älter die Person ist, desto mehr sieht sie sich selbst in der Verantwortung. In der Deutschschweiz sei die Eigenverantwortung punkto Vorsorge am stärksten ausgeprägt, in der Romandie am geringsten.

Gleichzeitig verharrt das Vorsorgewissen schweizweit auf tiefem Niveau.Das Vertrauen in die private Altersvorsorge habe gegenüber den Vorjahren deutlich zugenommen (+7,2 Prozentpunkte). Leicht gestiegen sei auch das Vertrauen in die berufliche Vorsorge, von 14,6 auf 17,8 Prozent.

Dies sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Pensionskassen solide finanziert und gut durch die Corona-Krise gekommen sind. Der AHV hingegen werde so wenig Vertrauen wie in keiner Umfrage zuvor entgegengebracht.

Das Bedürfnis nach eigenverantwortlicher Vorsorge werde zusätzlich genährt durch die Corona-Krise. Auf die Frage, wie sich Ihre Bedürfnisse mit Blick auf die Altersvorsorge im Verlauf der Corona-Krise gewandelt haben, gaben rund 16 Prozent der Befragten an, mehr sparen zu wollen.

Fast ebenso viele (14 %) wollen sich früher pensionieren lassen. Dieser Wunsch sei mit knapp 20 Prozent bei älteren Arbeitnehmenden am ausgeprägtesten.

Auch das Bedürfnis bestimmte Vorsorgethemen zu klären, wie beispielsweise ein Testament, eine Patientenverfügung oder einen Vorsorgeauftrag zu erstellen, habe sich durch die Corona-Krise für viele neu ergeben. Gleichzeit sieht aber fast die Hälfte aller Befragten keinen Grund, ihr Vorsorgeverhalten zu ändern.Im Zuge der Reform der Altersvorsorge werde immer wieder über eine Anpassung des Rentenalters debattiert.

Das aktuelle Vorsorgebarometer zeigt, dass eine Mehrheit von über 76 Prozent einer solchen positiv gegenüber steht. 21,5 Prozent wollen den Status Quo beibehalten.

Bei der konkreten Ausgestaltung der Anpassungen gehen die Meinungen auseinander. Ein gutes Drittel der Befragten befürwortet eine Erhöhung auf 65 Jahre für beide Geschlechter.

Rund 30 Prozent sei dagegen der Meinung, es sollte kein fixes Rentenalter mehr geben und spricht sich für eine Entpolitisierung der Parameter aus. Die Zustimmung für eine Flexibilisierung des Rentenalters habe sich im Vergleich zum Vorjahr nochmals um 0,8 Prozentpunkte leicht verstärkt.

Vor allem junge Erwachsene wünschen sich einen flexibleren Start in die Pensionierung. Arbeiten über die Pensionierung hinaus sei dagegen für immer weniger Personen eine Option.

Im Jahr 2018 konnten sich 21 Prozent der befragten Personen nicht vorstellen, nach Erreichen des ordentlichen Rentenalters weiterhin erwerbstätig zu sein. Heute seien es bereits über ein Viertel.Mehr als ein Drittel der Befragten erachten die demografische Entwicklung als grösstes Risiko für die Finanzierung der Altersvorsorge.

Auf Platz zwei folgt die Angst vor sinkenden Renditen. Zwar sei das 3a-Vorsorgekonto mit 45,3 Prozent nach wie vor das beliebteste Vorsorgeinstrument, aber das Vorsorgen mittels Wertschriften gewinnt aufgrund der tiefen Zinsen auf dem Sparkonto stetig an Beliebtheit.

So haben in diesem Jahr deutlich mehr Schweizerinnen und Schweizer ihre privaten Vorsorgegelder in Wertschriften investiert als noch im Vorjahr (+8,1 Prozentpunkte). Die Anlage in Wertschriften sei besonders unter jüngeren Personen, unter Männern und in der Deutschschweiz beliebt.

Dabei setzten die Sparerinnen und Sparer vermehrt auf digitale Vorsorgelösungen. Diese müssen gemäss den Befragten vor allem einfach zu bedienen und kostengünstig sein.

Rund ein Drittel der Befragten möchte Anlageprodukte aber weiterhin mit einer Beratungsperson besprechen und physisch abschliessen. Dies betrifft vor allem die Befragten mit geringerem Vorsorgewissen.Das Vorsorgebarometer basiert auf einer vom 22. bis 30. Juni 2021 durch das Link-Institut durchgeführten Bevölkerungsbefragung von 1`041 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren und auf der Analyse ökonomischer Daten.

Die Umfrageergebnisse seien repräsentativ für alle Schweizer Landesteile und zeigen, wie es um die finanzielle Altersvorsorge in der Schweiz bestellt ist. Das Vorsorgebarometer wurde erstmals 2018 publiziert und werde jährlich erhoben, um fortlaufend neue Erkenntnisse zum Thema Vorsorge gewinnen zu können.

Während Raiffeisen bei der Erstellung des Vorsorgebarometers die Unternehmer- und Konsumentenperspektive miteinbringt, deckt die ZHAW School of Management and Law den wissenschaftlichen Teil ab. .

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