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Kriminalstatistik 2020

2021-03-24 14:00:11
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Quelle: Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt

Aufgrund der aktuellen Lage im Zusammenhang mit Covid-19 hat sich die Staatsanwaltschaft entschieden, auf die vorgesehene Präsentation der Kriminalstatistik 2020 in unseren Räumlichkeiten zu verzichten, wie die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt berichtet.

Die Unterlagen zur Kriminalstatistik seien jedoch auf unserer Homepage: www.stawa.bs.ch / Statistiken, abrufbar.Die Kriminalitätslage sei im Kanton Basel-Stadt insgesamt weiterhin stabil. Die Gesamtzahl derStrafanzeigen wegen Verstössen gegen das Strafgesetzbuch und das Betäubungsmittelgesetz habe um 7 % abgenommen.

Innerhalb der verschiedenen Deliktskategorien haben sich indessen gewisse Verschiebungen ergeben, die teilweise mit der ausserordentlichen Pandemie-Situation in Verbindung gebracht werden dürften.Während sich die Anzeigen wegen Gewaltstraftaten grundsätzlich auf dem Stand der beiden Vorjahre bewegen, seien diejenigen wegen Einbruchdiebstahls – vermutlich auch teilweise pandemiebedingt – beträchtlich zurückgegangen. Bei beiden Deliktsbereichen handelt es sich – nebst dem Menschenhandel – um vom Regierungsrat für die Periode 2019 – 2021 festgelegte Schwerpunkte der Kriminalitätsbekämpfung einschliesslich der Strafverfolgung.

Dementsprechend seien diese Zahlen teilweise auch auf die gezielten polizeilichen Aktivitäten der Kantonspolizei sowie eine konsequente Verfolgungspraxis der Staatsanwaltschaft zurückzuführen.Die wegen Vermögensdelikten erstatteten Anzeigen haben zwar insgesamt abgenommen. So seien nebst dem erwähnten Einbruchdiebstahl auch die Anzeigen wegen Laden-, Taschen- und Trickdiebstählen und Erpressung teilweise ebenfalls beträchtlich zurückgegangen.

Eine relativ starke Zunahme sei indessen bei den Anzeigen wegen Raubes und Entreissdiebstahls zu verzeichnen. Praktisch auf Vorjahresniveau sei die Zahl der Anzeigen im Bereich des Betrugs und der betrugsähnlichen Delikte.Im Bereich der Sexualdelikte seien insgesamt zwar mehr Anzeigen erstattet worden.

Anzeigen wegen Vergewaltigung haben allerdings einen nennenswerten Rückgang verzeichnet.Viele der erwähnten Schwankungen dürften jedoch zufällig sein und in gewissen Deliktsbereichen, wie zum Beispiel bei den soeben erwähnten Sexualdelikten sowie Betrügen über das Internet, sei nach wie vor von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.Bei den die Tatbestände des Strafgesetzbuches betreffenden Anzeigen, die unverändert rund drei Viertel aller Anzeigen ausmachen, besteht eine sehr stabile Kriminalitätslage (- 5 %). Dies auch im langjährigen Vergleich.

Die Schwankungen bewegen sich grundsätzlich im normalen Bereich.Bei den schwergewichtig zu bekämpfenden Gewaltstraftaten seien insgesamt keine wesentlichen Veränderungen festzustellen. Im Jahr 2020 kam es zu keinem vollendeten vorsätzlichen Tötungsdelikt (2019: 1), jedoch zu 9 (2019: 8) versuchten Tötungen, mehrheitlich begangen mittels Schneid- oder Stichwaffen.

Diese Zahlen entsprechen dem langjährigen relativ tiefen Durchschnitt. Die Zahl der angezeigten Körperverletzungen sank um 16 % von 378 auf 318. Insbesondere bei den schweren Körperverletzungen sei ein erheblicher Rückgang von 42 % (21 gegenüber 36 im Vorjahr) zu verzeichnen.

Strafanzeigen wegen häuslicher Gewalt gingen praktisch gleich viele ein wie im Jahr 2019 (743; im Vorjahr 746), dagegen nahm die Zahl der Anzeigen wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte um 12 % zu.Der Menschenhandel gehört zur so genannten Holkriminalität und werde ebenfalls und andere aufgrund der regierungsrätlichen Schwerpunktsetzung verstärkt bekämpft. Im Jahr 2020 wurden 11 (2019: 17) neue Vorverfahren eingeleitet.

Dieser Rückgang könnte mit den pandemiebedingten Einschränkungen zusammenhängen.Die Anzeigen wegen Sexualdelikten verzeichnen zwar insgesamt einen Zuwachs von 10 %. Innerhalb dieser Kategorie könne jedoch festgestellt werden, dass Anzeigen wegen Vergewaltigungen und sexuellen Handlungen mit Kindern erheblich zurückgegangen seien (beide jeweils um 23 %), während auf der anderen Seite Anzeigen wegen sexueller Nötigung (+ 26 %) sowie vor allem wegen sexueller Belästigung (+ 43 %) stark zugenommen haben.Wie in den Vorjahren wurden auch wieder deutlich weniger Einbruchdiebstähle (- 17 %) registriert.

Die Ursache für die signifikante Zunahme der Anzeigen bei den Raubdelikten von 88 auf 114 (+ 30 % gegenüber dem Vorjahr und + 16 % im 5-Jahres-Durchschnitt) sei unklar.Betrugsanzeigen wurden knapp gleich viele erfasst wie im Vorjahr (- 2 %). Neben den Internet- und Telefonbetrügereien gingen im letzten Jahr rund 40 Anzeigen wegen Betrugs im Zusammenhang mit Covid-Krediten und einer Deliktssumme von gesamthaft über 7 Millionen Franken ein.Parallel mit dem zunehmenden Anteil starker E-Bikes am Strassenverkehr stieg im Jahr 2020 auch die Zahl der Anzeigen wegen Diebstahls solcher Motorfahrräder mit Elektromotor um 50 % auf 551 (2019: 367).

Fahrraddiebstähle wurden 2‘444 (2019: 2‘472, - 1 %) angezeigt.Keine wesentliche Veränderung sei beim Verhältnis der Beschuldigten nach Staatsangehörigkeit festzustellen. So waren im Jahr 2020 41 % (2019: 42 %) der Beschuldigten Schweizer Staatsangehörige und 59 % (58 %) hatten eine ausländische Staatsangehörigkeit.Die allgemeine Aufklärungsquote beträgt bei den Delikten des Strafgesetzbuches 42,4 % und weist weiterhin eine leicht steigende Tendenz auf.

Sie nahm um 4 % (2019: + 3 %) zu.Das Fallaufkommen im Bereich der Betäubungsmittelkriminalität sei gegenüber dem Vorjahr (2019: 3'545) um 17 % gesunken (2020: 2'947), was hauptsächlich auf die pandemiebedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens zurückzuführen sein dürfte. Sowohl in den Kategorien Besitz, Konsum, Anbau/Herstellung und Handel sei eine Abnahme zu registrieren, während in der Kategorie Schmuggel eine deutliche Zunahme zu verzeichnen ist, was die einleitende Annahme bestätigt.

Während sämtliche Deliktskategorien, die sich unter normalen Umständen in der Öffentlichkeit abspielen oder zumindest teilweise dort manifestieren, fand im letzten Jahr gezwungenermassen eine Verlagerung ins private Umfeld respektive hinter verschlossene Türen statt. Dass der ausgewiesene Rückgang nur ein statistischer und nicht ein realer ist, zeigen insbesondere die angestiegenen Zahlen im Bereich Schmuggel.

Teilweise dürfte dieser Anstieg zwar mit den intensiveren Grenzkontrollen in der Pandemiesituation in Zusammenhang stehen, da sich Schmuggelaktivitäten naturgemäss immer im öffentlichen Raum abspielen, sei es durch Individualtransporte oder durch Paketversand. Andererseits sei er aber auch als Indiz dafür zu werten, dass die Nachfrage nach Betäubungsmitteln unverändert hoch ist.Weiterhin zu Besorgnis Anlass gibt die Tatsache, dass Methamphetamin in Form des so genannten "Crystal Meth" auf dem hiesigen illegalen Drogenmarkt Fuss gefasst hat, vertrieben werde und trotz bekannter negativer Gesundheitsfolgen einen wachsenden Konsumentenkreis zu finden scheint.

Ganz allgemein zeigte sich auch im vergangenen Jahr, dass der seit längerer Zeit bestehende Trend – weg von sedierenden und hin zu stimulierenden beziehungsweise aufputschenden Drogen – weiterhin anhält, was auch die Sicherstellungszahlen von Kokain und Amphetamin verdeutlichen.Im Bereich der Jugendkriminalität sei ein deutlicher Anstieg der angezeigten Delikte zu verzeichnen. Die Gesamtzahl der angezeigten Delikte übersteigt die Anzahl des Vorjahres um insgesamt 348 Fälle, im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre um 30 %.

Eine Zunahme sei indes nicht in allen Deliktskategorien feststellbar. Während im Bereich der sexuellen Integrität gar ein Rücklauf verzeichnet werden könne und sich die Widerhandlungen gegen das Waffengesetz auf dem Stand der letzten Jahre bewegt, sei eine deutliche Zunahme der Anzeigen in den Deliktskategorien Vermögen, Freiheit, Leib und Leben, im Betäubungsmittel- sowie im Strassenverkehrsbereich zu verzeichnen.

Im Bereich der Betäubungsmittel liegt die Vermutung nahe, dass während der pandemiebedingten Ausnahmesituation vermehrt polizeiliche Kontrollen getätigt und damit mehr Delikte zur Anzeige gebracht wurden. Die vermehrten Widerhandlungen im Bereich des Strassenverkehrs lassen sich auf das explosionsartige Aufkommen von Trendfahrzeugen wie E-Bikes und E-Scooter, Hoverboards, Solowheels, etc.

zurückführen, bei welchen die geltende gesetzliche Regelung für Jugendliche nicht einfach zu durchschauen und teilweise auch missverständlich ist.Erfreulich sei der Rückgang der Delikte im Bereich der sexuellen Integrität, nachdem im vergangenen Jahr noch eine signifikante Zunahme festgestellt wurde. Die Jugendlichen scheinen – durch wertvolle Aufklärungsarbeit durch die Schulen, die Jugendpräventionspolizei sowie weiterer präventiv arbeitender Stellen – insbesondere einen bewussteren Umgang mit pornografischem Material zu pflegen.

Der Rückgang der Zahlen in diesem Bereich sei ein massgeblicher Anhalt, wie wertvoll Prävention ist.Mitte März bis Mitte Juni 2020 schloss die Schweiz pandemiebedingt ihre Aussengrenzen. Im Bereich der von der Strafverfolgungsbehörde beurteilten Jugendlichen fällt auf, dass deutlich mehr Schweizer und mehr Ausländer mit Wohnsitz in Basel beurteilt worden sind, während ein Rückgang der Beurteilung von Ausländern mit Wohnsitz im Ausland sowie von Asylbewerbern registriert werden kann.

Die Vermutung liegt nahe, dass ein Zusammenhang zwischen der zeitweiligen Grenzschliessung und dem Rückgang der beurteilten Ausländer ohne Wohnsitz in der Schweiz sowie den Asylbewerbern besteht.Trotz der Pandemie seien keine signifikanten Änderungen in den ausgesprochenen Strafen und Massnahmen zu verzeichnen. Die Zahlen bewegen sich im Rahmen der Vorjahre.

Am 31.12.2020 befand sich keine jugendliche Person in einer geschlossenen Unterbringung.Peter Gill, Telefon +41 61 267 73 47.

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