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Blaulicht

Zahl der Straftaten stabil – nochmals weniger Verkehrsopfer

2020-03-23 10:15:03
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Quelle: Kantonspolizei Thurgau

Die Zahl der Straftaten hat im vergangenen Jahr leicht abgenommen: Gemäss Kriminalstatistik 2019 wurden im Thurgau 9419 Straftaten registriert, das ist gegenüber 2018 eine Abnahme um 351 Delikte oder 4 Prozent, wie die Kantonspolizei Thurgau schildert.

Zu dieser Entwicklung habe allerdings ein Sonderfaktor entscheidend beigetragen: Es geht um die Delikte gemäss Artikel 323 StGB "Ungehorsam des Schuldners im Betreibungs- und Konkursverfahren". Weil Betreibungsämter, Polizei und Staatsanwaltschaft ihr Vorgehen vereinfacht haben, ging die Zahl dieser Straftaten um über 70 Prozent von 645 auf 92 zurück.

Ohne die Anpassung wäre die Gesamtzahl der Delikte um 2 Prozent gestiegen.Die Häufigkeitszahl, die Anzahl Straftaten je 1000 Einwohner, sank von 35.7 auf 34.1. Schweizweit liegt die Häufigkeitszahl deutlich höher, bei 50.6 Straftaten pro 1000 Einwohner. Leicht gesunken sei die Aufklärungsquote: 41,6 Prozent aller Delikte wurden aufgeklärt, 2018 waren es 45,5 Prozent.Die Zahl der Gewaltstraftaten ging im vergangenen Jahr um 2 Prozent auf 974 (993) zurück.

Bei der schweren Gewalt konnten beide versuchten Tötungsdelikte aufgeklärt werden. Die Zahl der schweren Körperverletzungen stieg von 9 auf 12, auch diese Delikte wurden alle aufgeklärt.

Bei der minderschweren Gewalt sei bei den einfachen Körperverletzungen eine Zunahme um 17 Prozent auf 144 Delikte zu verzeichnen, während die Zahl der Tätlichkeiten um 14 Prozent auf 350 zurückging. Erneut angestiegen seien die Fallzahlen bei der Drohung/Gewalt gegen Beamte: In 17 von 56 Fällen (Vorjahr 15 von 44) waren davon Polizistinnen und Polizisten betroffen.Um 9 Prozent zugenommen habe mit 199 (2018: 183) die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Integrität.

Die Zahl der Vergewaltigungen sank um 50 Prozent, von 30 auf 15 Delikte. 10 Fälle ereigneten sich im privaten, 5 im öffentlichen Bereich.Ein genauer Blick in die Statistik zeigt, dass vier der fünf Personen, die auf Thurgauer Strassen ums Leben kamen, mit dem Fahrrad unterwegs waren, davon zwei mit dem E-Bike.

Die Zahl der Unfälle mit Elektrofahrrädern habe im vergangenen Jahr nochmals zugenommen (von 49 auf 52). Dies dürfte damit zusammenhängen, dass immer mehr E-Bikes im Verkehr anzutreffen sind.

23 (20) Personen mit E-Bikes wurden schwer und 28 (28) leicht verletzt.Die häufigste Unfallursache war die Missachtung bzw. die Erzwingung von Vortrittsrechten.

Bei 129 der insgesamt 1183 Unfälle war die Hauptursache Alkoholeinfluss, im Jahr zuvor bei 104 von 1292 Unfällen.Regionalpolizei: Effizienz gesteigert Für die Regionalpolizei, die schwergewichtig für die Basisversorgung, also für Sicherheit und Ordnung im Kanton Thurgau verantwortlich zeichnet, war 2019 ein besonderes Jahr: Ende März wurden elf kleine Polizeiposten geschlossen. Ein Jahr später könne die Kantonspolizei zu dieser Massnahme eine positive Bilanz ziehen: Die angestrebte Effizienzsteigerung wurde erreicht.

Sicherheit entsteht durch sichtbare Polizeipräsenz, kurze Interventionszeiten und durch eine erfolgreiche Ereignisbewältigung. Dank der Postenschliessungen konnten 30 Polizistinnen und Polizisten vermehrt auf den Strassen und in den Quartieren eingesetzt werden, in allen Städten und Gemeinden und zu Gunsten der ganzen Bevölkerung.

Mit zusätzlichen Patrouillen am Feierabend und an Wochenendnächten stieg die Gesamtzahl der geleisteten Stunden im Patrouillendienst 2019 um 7 Prozent – obwohl diese Touren erst während ein paar Monaten eingesetzt werden konnten.Ein weiterer Meilenstein steht bevor: Die Kantonspolizei habe bekanntlich ein Reorganisationsprojekt durchgeführt, und es wurden die aktuellen und künftigen Herausforderungen erhoben. Dabei habe sich klar gezeigt, dass die Kantonspolizei mehr personelle Ressourcen benötigt, um diese Herausforderungen, bei ständig wachsenden Bevölkerungszahlen, erfolgreich bewältigen zu können.

Mit dem sogenannten Polizeibericht habe Kommandant Jürg Zingg Mitte 2019 bei Regierungsrätin Cornelia Komposch eine Bestandserhöhung um 91 Polizistinnen und Polizisten beantragt. Der Gesamtregierungsrat habe auf der Basis des Polizeiberichts dem Grossen Rat eine Botschaft zukommen lassen, die im Frühjahr behandelt werden soll.

"Nach der positiven Aufnahme dieser für uns so wichtigen Vorlage im Regierungsrat und in der Spezialkommission sehe ich der Debatte im Parlament mit grosser Spannung und mit viel Zuversicht entgegen", sagt Kommandant Jürg Zingg.Tel. work+41 58 345 28 28.

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